Anzeigen
Werbung. Ziel, Träger, Inhalt und Gestaltung von Anzeigen für Bücher richten sich nach den Adressaten Publikum und Handel und nicht zuletzt nach den Insertionskosten.
Publikumsanzeigen sollen einerseits über die Produktion informieren, andererseits Kaufinteresse und -bedürfnis wecken und Kaufimpulse auslösen. Anzeigen sind im schwer überschaubaren Titelangebot wichtige Orientierungs- und Entscheidungshilfen für den Leser/Händler.
Verlage mit einer großen Programmpalette bevorzugen – vor allem bei den Novitäten – Werbeträger mit hoher Reichweite und breiter Zielgruppenansprache wie überregionale Zeitungen und Zeitschriften. Daneben wird – vor allem bei Schwerpunkttiteln in Anzeigenblättern, Spezial-Interest-Zeitschriften, in der Regionalpresse, in Kundenmagazinen und -prospekten des Buchhandels geworben. Durch steigende Insertionskosten verzichten jedoch die meisten Verlage zunehmend auf eine breit gestreute Anzeigenwerbung und konzentrieren ihren Etat immer mehr auf bewährte Werbeträger. Aus Kostengründen wird, hauptsächlich in den überregionalen Medien, die sogenannte Streifenanzeige bevorzugt.
Anzeigenwerbung beim Publikum wird von Verlagen mit stark spezialisierter Produktion nicht in selbem Ausmaß betrieben. Sie inserieren in begrenztem Umfang bevorzugt in Fachzeitschriften und anderen zielgruppenspezifischen Publikationen.
Händleranzeigen erfüllen die gleiche Aufgabe wie Publikumsanzeigen, sollen jedoch bei der Vielzahl der zu präsentierenden Titel als Beratungs- und Argumentationshilfen für den Ein- und Verkauf des Sortiments dienen. Neben den übrigen Werbemitteln und dem umfangreichen Angebot an Arbeits- und Informationsmaterial für den Handel haben Händleranzeigen eine ergänzende Funktion. Für den Handel wird ausschließlich in der Fachpresse (einschließlich der Sonderhefte und -journale sowie der Spezialpublikationen wie z.B. in Messekatalogen) inseriert.
Grundsätzlich lassen sich vier Anzeigenformen unterscheiden:
Programmanzeigen kündigen die Neuerscheinungen an: Dieser Anzeigentyp wird von fast allen Verlagen eingesetzt.
Themen- oder Schwerpunktanzeigen bündeln Neuerscheinungen und/oder Backlist-Titel. Sie haben im Hinblick auf die Pflege der Backlist und auf Reihen in den letzten Jahren zugenommen.
Aktionsanzeigen sind Schwerpunktanzeigen, die unterschiedliche Themen kommunizieren oder auf saisonale Schwerpunkte hinweisen, Bestseller promoten, Sonderausgaben zu Sonderpreisen bekanntmachen. Meist handelt es sich bei den Aktionstiteln um eine Auswahl aus der Backlist. Aktionsanzeigen gehören oft zu einem Werbemittelpaket.
Titelanzeigen stellen einen einzelnen Titel vor, z. B. das Buch zu einem spektakulären Ereignis siehe Schnellschüsse, das Filmbuch oder das Buch zu einer Fernsehserie, das Buch zu einer Autorenehrung, das bestverkaufte Buch des Jahres oder Großobjekte wie Kassetten – siehe Gesamtausgaben.
Daneben gibt es Sonderformen:
- Verlagsanzeigen in Büchern, die auf weitere Titel eines Autors, einer Reihe oder eines Themas hinweisen (u.a. Tauschanzeigen in Konkurrenztiteln oder Freianzeigen für Lizenzgeber),
- Schwerpunkttitel-Anzeigen auf normalen oder Sonder- Bestellscheinen,
- Gemeinschaftanzeigen, die zusammen mit dem Sortiment in der Presse, in Sortimentsbeilagen-Prospekten oder -katalogen geschaltet werden.
Gerade bei Programmanzeigen bemühen sich die Verlage durch die permanente Wiederholung und feste Plazierung von Schriftzügen, Signets, Slogans um ein für ihr Haus und Programm typisches und unverwechselbares Bild.
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