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Bezugswege

Das Handelsrecht schreibt vor, dass derjenige, der die Transportkosten bezahlt, auch über den Transportweg der Ware entscheidet. Es ist deshalb in aller Regel die Buchhandlung, die festlegen kann, auf welchem Wege die Ware angeliefert werden soll. Beteiligt sich der Lieferant an den Transportkosten oder übernimmt er sie ganz, dann kann er auch über den Transportweg bestimmen –siehe Verkehrsordnung §§ 14 und 15. Schreibt eine Buchhandlung keinen Lieferweg vor, so muss sich der Verlag für den billigsten Weg entscheiden.

Bislang hat der Büchersammelverkehr den Transport der Waren zwischen Verlagen und Buchhandlungen bestimmt. Aber seit Ende der 90er Jahre ist Bewegung in diesen Markt gekommen. Sowohl private Paketdienste wie auch die Post haben den Buchhandel als attraktive Zielgruppe entdeckt, und beide entwickeln Modelle, die zu einem verschärften Wettbewerb unter den Anbietern geführt haben.

Bücherwagendienste als Kommissionäre übernehmen die Sendungen an das Barsortiment und die Sendungen an ihre Kommittenten (Buchhandlungen, die sie mit dem Transport beauftragt haben) bei allen großen Verlagsauslieferungen und Verlagen täglich. Die Zustellung der Verlagssendungen Verlegerbeischlüsse an die Buchhandlungen erfolgt dann zusammen mit den Barsortimentslieferungen.

Durch die Zusammenführung mit den Barsortimentslieferungen und durch eine geschickte Gebührenpolitik konnten sich die Büchwagendienste nahezu unangefochten als Marktführer in der Branchenlogistik durchsetzen. Die Gebühren (pro Kilogramm) orientieren sich dabei an dem Volumen, das für eine Buchhandlung transportiert wird: Je mehr Sendungen (und Kilo) auf diesem Wege angeliefert werden, desto günstiger werden die Tarife.

Ausnahme sind die „Kleinbeischlüsse“ bis fünf Kilogramm, die zu festen Sätzen transportiert werden.

Post
Bei den Tarifen der Post können Pakete (bis 20 Kilogramm) und Päckchen (bis zwei Kilogramm) in aller Regel nicht mit den Gebühren des Büchersammelverkehrs konkurrieren. Anders ist es bei der „Büchersendung“, die eine finanziell attraktive Alternative darstellt.

Spedition/Bahn
Sinnvoll ist die Lieferung auf diesen Bezugswegen nur bei großen Sendungen. Die Tarife sind unterschiedlich und entfernungsabhängig. Bei der Bahnfracht fällt zusätzlich noch ein „Rollgeld“ für die Zustellung an.

Private Paketdienste
Als „Schnellschiene“ – nicht nur im Weihnachtsgeschäft – haben sich die privaten Paketdienste auch beim Transport von Sendungen zwischen Verlagen und Buchhandlungen bewährt, weil sie in den meisten Fällen eine Zustellung innerhalb von 24 Stunden nach Übernahme der Sendung garantieren. Die Paketdienste berechnen ihre Tarife nach Gewicht einer Sendung. Bei den Kosten einer einzelnen Sendung können sie nicht mit den Bücherwagendiensten oder der Post konkurrieren. Geht es um größere Sendungen, können sie eine preisgünstige Alternative sein.

Selbstabholung
Befindet sich der Verlag bzw. seine Auslieferung am gleichen Ort, kann es für eine Buchhandlung sinnvoll sein, die Sendungen selbst abzuholen, wenn der Verlag bzw. die Auslieferung damit einverstanden sind.

Lieferzeiten, Laufzeiten
Durch die elektronische Bestellübermittlung –siehe Bestellwesen – konnten die Laufzeiten einer Bestellung deutlich reduziert werden. Die Datenfernübertragung ist schneller als die gelbe Post, und die direkte Übernahme der Bestellung in den Verlagsrechner erspart die Zeit für eine erneute Datenerfassung. Darüber hinaus wurden zwischen Bestellanstalten der Barsortimente und Buchhandlungen sowie Bestellanstalten und Verlagen feste Sende- bzw. Übergabezeiten vereinbart. Diese Zeiten orientieren sich – Ausnahme: IBU – eher an den Bedürfnissen der Barsortimente als an denen des Buchhandels.

 
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