Lagerumschlagsgeschwindigkeit
Die Lagerumschlagsgeschwindigkeit (LUG) gibt darüber Auskunft, wie häufig sich in einem Zeitraum einzelne Titel, Warengruppen oder das Gesamtlager verkaufen. Beispiel: Ein Titel, der sich im Jahr 10mal aus dem Regal heraus verkauft und nur einmal am Lager stand, hat eine LUG von 10.
Die LUG wird nach Inventurdaten ermittelt. Der Umsatz wird in Relation zum Lagerbestand und zum eingesetzten Kapital zu sehen. Die LUG errechnet sich nach folgender Grundformel:
LUG = Umsatz geteilt durch durchschnittlichen Lagerbestand
Wird der Umsatz inklusive Umsatzsteuer erfaßt, so gilt dies gleichermaßen für den durchschnittlichen Lagerbestand, wird der Umsatzwert exklusive Umsatzsteuer genommen, so hat dies dieselbe Maßgabe für den Nenner, erfasst man den durchschnittlichen Lagerbestand zu Einstandspreisen, muss der Umsatz als Wareneinsatz angesetzt werden. Entscheidend ist die Relation.
Je höher der Lagerbestand, desto geringer wird die LUG bei erreichtem Umsatz – desto höher auch der Kapitaleinsatz. Ist man an einer hohen LUG-Kennziffer interessiert, muss ein optimaler Umsatz im Zähler mit einem effizienten Lager im Nenner einhergehen.
Um die tatsächliche Lagerleistung der Warengruppen bz.des Gesamtlagers feststellen zu können, muss man die LUG-Formel im Zähler ändern. Die neue Formel lautet:
bereinigte LUG = (Umsatz geteilt durch Durchlaufgeschäft), dieses Ergebnis wiederum wird geteilt durch durchschnittlichen Lagerbestand
Die abstrakten LUG-Drehzahlen gewinnen an Praxisnähe, wenn man eine weitere betriebliche Kennziffer hinzuzieht:
Lagerdauer in Tagen = 360 Tage durch LUG
Einer LUG von 4,6 entspricht eine durchschnittliche Lagerdauer von rund 78 Tagen. Das heißt: Ein Buch verbringt vom Tag des Einkaufs bis zum Tag des Verkaufs 78 Tage in der Buchhandlung. Hieran sieht man, dass nicht nur Verlage in Vorlage treten, sondern auch die Sortimenter ihr Lager vorfinanzieren. Denn 78 Tage und mehr lassen sich kaum durch Valuta und Zahlungsziele – siehe Bezugsbedingungen – ausgleichen.
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