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Modernes Antiquariat

Als Modernes Antiquariat (MA) wird das Angebot von Büchern bezeichnet, die nicht mehr der Preisbindung unterliegen und daher zu herabgesetzten Ladenpreisen verkauft werden können. Abgesehen von Büchern, die spezialisierte Verlagen/Firmen eigens für das Moderne Antiquariat herstellen, zählen dazu:

  • Mängelexemplare von lieferbaren und preisgebundenen Titeln, die stark und sichtbar äußerlich beschädigt sind, dass ein Verkauf zum gebundenen Preis nicht mehr möglich ist (nicht zu verwechseln mit Defektexemplaren),
  • Restauflagenexemplare von Titeln, für die der Verlag die Preisbindung ordnungsgemäß aufgehoben hat,
  • Titel, die durch ihren Ladenpreis suggerieren, dass sie preislich sehr günstig sind bzw. dass der Preis reduziert ist.
Oft werden über das Moderne Antiquariat überhöhte Lagerbestände abgebaut. Zahlreiche Verlage berücksichtigen bereits bei der Kalkulation neuer Titel, dass bei der heutigen Schnellebigkeit des Buches ein gewisser Prozentsatz an Exemplaren nur noch über das Moderne Antiquariat zu verkaufen ist.

Mängelexemplare, durch eine deutliche Kennzeichnung (Stempel) entwertet, werden in bestimmten (meist unsortierten) Mengen abgepackt und dem Sortiment zu einem Einheitsstückpreis direkt oder über einen spezialisierten Zwischenhändler erneut angeboten. Sie können aber auch aus buchhandelseigenen Beständen stammen, die der Sortimenter selbst oder der Verlagsvertreter entsprechend markiert hat.

Den Abgabepreis an den Kunden bestimmt der Sortimenter selbst (z. B. doppelter Einkaufspreis, halber ursprünglicher Ladenpreis) oder ein zeitlich gestaffeltes Angebot mit einer sukzessiven Reduzierung bis zum Abverkauf der letzten Exemplare).

Restauflagenexemplare sind dagegen für den sogenannten Ramsch bestimmt. Sie werden vom Verlag zu fertigen Sortimentspaketen zusammengestellt und direkt oder über auf das MA-Geschäft spezialisierte Zwischenhändler an das Sortiment zu einem einheitlichen Preis pro Exemplar abgegeben. Auch hier bestimmt das Sortiment den Abgabepreis an den Kunden selbst, richtet sich jedoch in der Regel nach Vorschlägen der Verlage bzw. der Zwischenhändler.

Problem ist, dass solche „Billig“-Aktionen von den Verlagen wie auch von den Buchhandlungen die Preiswürdigkeit des übrigen Angebots in den Augen der Kunden herabzusetzen, verstärkt wird dieser Eindruck durch das Aufkommen zahlreicher Billig-Bibliotheken seit dem Jahr 2004 (z.B. Süddeutsche Zeitung, BILD u.a.). Ramsch und Mängelexemplare sollten streng vom Verkauf des übrigen Angebots getrennt werden. Die in Artikel V der Wettbewerbsregeln aufgestellten Richtlinien zur „Werbung für nicht preisgebundene Verlagser-eugnisse“ sind daher sorgfältig zu beachten.

Siehe auch Antiquariat
Siehe auch Restauflagen

 
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