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Rack-Jobbing

regalgroßhandel. Ein aus den USA stammendes Distributionsverfahren, bei dem ein Lieferant (in der Regel Großhändler) direkt in die Regale (racks) bzw. auf die Stellflächen des Einzelhandels liefert, hat auch Einzug im Buchhandel gehalten. Rack-Jobbing wird überall dort betrieben, wo dem Einzelhandel das Know-how für bestimmte Warengattungen fehlt oder/und wo er das Verkaufsrisiko auf den Lieferanten abwälzen möchte.

Zuerst begannen einzelne Verlage, später selbständige Großhändler und Presse-Grossisten, mit dem Rack-Jobbing in Super- und Verbrauchermärkten, in Warenhäusern und Kaufhäusern – siehe Warenhausbuchhandel. Diese stellen Regalflächen zur Verfügung, die der Lieferant unter Beachtung einer möglichst hohen Flächenrendite bestückt.

Nicht verkaufte Exemplare werden zurückgenommen und unabhängig von ihrem Zustand mit dem vollen Einkaufspreis gutgeschrieben. Diese Form des Rack-Jobbings, der Lieferung aus dem LKW direkt ins Regal, ist kostenintensiv und wird deshalb nicht generell durchgehalten.

Rack-Jobber geben ihrem Außendienst vor, welche Novitäten in sämtlichen Märkten untergebracht werden müssen, welche Backlist-Titel ergänzt und welche Titel zurückgenommen werden müssen. So wird garantiert, dass das Sortiment nicht veraltet und dass alle wichtigen Titel präsent sind.

Beliefert werden auch Papier- und Schreibwarenhandlungen, Tabakfachgeschäfte und Kioske, wenn der Umsatz pro Besuch dies rechtfertigt. Bei bundesweit tätigen Filialisten und Kaufhausketten arbeiten bundesweit arbeitende Rack-Jobber, da die Großformen des Einzelhandels möglichst wenige Lieferanten wünschen.

Rack-Jobber findet man schließlich auch in Fachgeschäften, wo Bücher angeboten werden (z. B. Haushaltswarengeschäfte, Zoohandlungen usw.).

Rack-Jobbing hat seit Ende der 80er Jahre seinen Kulminationspunkt in Deutschland überschritten, da die Nachfragemacht großer Einzelhandelskonzerne deren Einkaufskonditionen (als Summe von Rabatten, Boni, Skonti, Listungsgebühren, Jubiläums- und Werbekostenzuschüssen) immer weiter steigen läßt. Dadurch kam es zu einer beispiellosen Konzentrationswelle im Rack-Jobbing.

Die heute noch (bundesweit) tätigen Rack-Jobber legen ihre Schwerpunkte auf Titel, bei denen sie sehr hohe Rabatte bekommen oder die sie frei kalkulieren können. Auch Rack-Jobbern dürfen keine höheren Gesamt-Konditionen als den Barsortimenten gewährt werden.

 
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