Verlagsauslieferung
Die meisten Verlage liefern nicht selbst aus; sie haben den gesamten Bereich der Auslieferung oder Teile davon der Auslieferung übertragen. Durch die Zusammenlegung der Auslieferung mehrerer Verlage entstehen Synergieeffekte, die allen Beteiligten zugute kommen: Es wird z.B. nur eine gemeinsame Datenverarbeitung benötigt, unterschiedliche Spitzenzeiten können ausgeglichen werden, und der Einkauf der Verpackungsmaterialien kann in größeren Mengen, also preisgünstiger erfolgen.
In der Regel fakturieren und liefern die Auslieferungen im Auftrag und im Namen des jeweiligen Verlags. Überträgt der Verlag bei der Rechnungsschreibung seine Forderungen an die Auslieferung oder bündelt – siehe Bündelung – die Auslieferung verlagsübergreifend, dann erfolgt die Rechnungsschreibung in ihrem Namen. Verlagsübergreifendes Fakturieren wird erst möglich, wenn Factoring vereinbart worden ist oder die Verlagsauslieferungen eine juristische Sekunde vor dem Verkauf die auszuliefernden Bücher beim ausliefernden Verlag kaufen, d.h. die ausgelieferten Exemplare erwerben, um sie auf eigene Rechnung zu verkaufen. Damit werden sie vom Dienstleister (Absatzhelfer) zum Eigenhändler bzw. Großhändler (Absatzmittler). Der Verlag hat dadurch den Vorteil, nur noch einen Kunden (nämlich seine Verlagsauslieferung) zu haben, aber er begibt sich dadurch in eine gewisse Abhängigkeit, denn er verliert die Risikostreuung.
Bei den Kosten der Auslieferung zeigt sich ein ähnliches Bild wie im Bestellwesen und im Wareneingang einer Buchhandlung. Je besser die Bündelung der Sendungen ist, desto geringer ist die umsatzbezogene prozentuale Belastung des Verlags mit Auslieferungsgebühren.
Während die elektronisch übermittelten Bestellungen direkt in die EDV übernommen werden, werden die Bestellungen, die telefonisch, per Bücherzettel, Fax, Bestellschein und Reiseauftrag eingehen, am Bildschirm erfaßt. Zusätzlich wird geprüft, ob bei der jeweiligen Sendung abweichende Rabatte und Zahlungsziele (z.B. bei einem Reiseauftrag) gewährt oder ein anderer Lieferweg (z.B. Paketdienste für eilige Aufträge) gewählt werden müssen. Die Rechnung wird zusammen mit einem „Kommissionierzettel“, der auch die Lagerplätze der einzelnen Titel enthält, ausgedruckt, geht dann ins Lager, wo die Sendung zusammengestellt, verpackt und anschließend einem Transportführer (Bücherwagen, Post, privater Paketdienst, Spediteur) übergeben wird.
Einen deutlichen Unterschied zeigt nur die Auslieferungen von Neuerscheinungen und Backlist: Während die Neuerscheinungen direkt von der Palette in die Kartons verpackt werden können, werden die Backlisttitel im ganzen Lager zusammengetragen und am Förderband zusammengeführt.
Schweiz
Eine Schweizer Buchhandlung muss die Titel der deutschen Verlage nicht in Deutschland bestellen, die Sendung später beim Zoll auslösen und obendrein neben dem hohen Porto für Auslandssendungen auch noch die ebenso hohen Kosten einer Auslandsüberweisung tragen. Die meisten Verlage haben in der Schweiz eigene Auslieferungen, bei denen die Buchhandlungen die Bücher zu den Originalkonditionen des Verlags bestellen können. Ein Rahmenvertrag der Schweizer Auslieferungen und der deutschen Verlage mit einer Spedition sichert die Zustellung der Sendungen innerhalb von 24 Stunden.
Die Schweizer Auslieferungen kaufen die Bücher von den deutschen Verlagen und schreiben die Rechnungen in eigenem Namen. Damit können sie verlagsübergreifend zu fakturieren und müssen nicht für jeden Verlag eine eigene Rechnung zu erstellen.
Österreich
Viele deutsche Verlage beliefern den österreichischen Buchhandel direkt von Deutschland aus. Bestellungen aus Österreich direkt zu den Auslieferungen werden durch den Informationsverbund Buchhandel IBU direkt nach Deutschland übermittelt.
Andere Länder
Überall auf der Welt finden sich Auslieferungen für Bücher aus dem deutschen Sprachraum. Oft handelt es sich dabei um Rack-Jobbing und Presse-Grossisten – siehe Presse-Grosso.
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