Warenbezugskosten
„Der Gewinn liegt im Einkauf“ – diese alte Kaufmannsregel bezieht sich nicht nur auf die Handelsspanne, die durch den Rabatt vorgegeben ist, sondern auch auf alle anderen Kosten, die bei der Bestellung und beim Bezug der Ware entstehen.
Im Gegensatz zum Rabatt, der vom Verlag festgelegt wird und der nur in seltenen Fällen Verhandlungsspielräume bietet, können die Warenbezugskosten aktiv beeinflusst werden. Die Buchhandlung entscheidet mit der Wahl des Lieferanten – Verlag oder Barsortiment –, der Bezugswege, der Wahl des Bestellwege – siehe Bestellwesen –, der Wahl des Lieferweges und der Wahl des Zahlungsweges – siehe BAG – über die unterschiedlichen Kosten der Bezugskosten und damit über die Rentabilität des Unternehmens.
Auch wenn im Einzelfall die Dringlichkeit und das Volumen eines Auftrags für die Entscheidung ausschlaggebend sind, das Konditionengefüge der einzelnen Anbieter sehr unterschiedlich ist, und wenn die Größe der Buchhandlung ebenso zu berücksichtigen ist wie ihr Profil und das der örtlichen Konkurrenz, so lassen sich doch zu einigen grundsätzlichen Fragen klare Aussagen treffen.
Bei eiligen Bestellungen und kleinen Bestellmengen ist das Barsortiment immer der erste Ansprechpartner. Bis zu einem Nettowert von ca. 150 Euro entfallen meist die Vorteile der direkten Verlagslieferung – im Vergleich zur Barsortimentslieferung. Die elektronischen Bestellwege sind um ein Vielfaches billiger und rationeller als alle anderen Formen der Bestellkommunikation.
Die Kosten des wichtigsten Bezugsweges, des Büchersammelverkehrs, orientieren sich am monatlichen Volumen. Je mehr Kilogramm auf diesem Transportweg angeliefert werden, desto geringer die Kosten. Der Büchersammelverkehr dürfte deshalb für die meisten Sendungen der günstigste Weg sein. Ausnahme: Kleinsendungen (in der Regel bis fünf Kilogramm). Für sie berechnet der Büchersammelverkehr Pauschalpreise.
|