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Warenhausbuchhandel

Ebenso wie der Bahnhofsbuchhandel hat sich das Warenhaus von Anfang an für den Taschenbuchverkauf engagiert. Ausschlaggebend dafür war, dass sich dieser Buchtyp problemlos dem damals vorherrschenden Angebots- und Verkaufsstil der Warenhäuser anpaßte und den Interessen und Kaufgewohnheiten ihrer spezifischen Kundschaft entgegenkam: durch den niedrigen Durchschnittspreis, das vielfältige Spektrum an Literatur, die Eignung zur Selbstbedienung, den Preisaufdruck und die Möglichkeit, das Sortiment leichtverkäuflicher gebundener Bücher zu ergänzen.

Seitdem gehört das Taschenbuch zum festen Bestandteil des Warenhausbuchsortiments und hat seinen Anteil am Gesamtbuchumsatz dieser Branche kontinuierlich steigern können. Für einen Großteil der Taschenbuchverlage spielt daher dieser Vertriebsweg als Umsatzfaktor eine bedeutende Rolle. Das läßt sich daran ablesen, dass manche Verlage ausschließlich für diesen Bereich (manchmal auch in Kombination mit anderen Vertriebsbereichen Presse-Vertrieb) einen Außendienst – siehe Verlagsvertreter – unterhalten. Im Schnitt beträgt der Warenhausumsatz der Taschenbuchverlage fünf bis sieben Prozent vom Gesamttaschenbuchumsatz, kann bei manchen Verlagen aber auch bis zu 30 Prozent erreichen.

Der stete Umsatzanstieg im Taschenbuchbereich der Warenhäuser ist Folge einer gezielten Einkaufs- und Verkaufspolitik und eines immer weiter rationalisierten Handlings, die konsequent auf die Belange und Größenordnung des Warenhausbuchhandels abgestimmt sind: zentraler Einkauf des Grundsortiments, Auswahl und Ergänzung des Angebots ausschließlich nach Titelgängigkeit, fast ausschließlich Direktbezug bei den Verlagen, überwiegend Selbstbedienung, wenig Besorgungsgeschäft und Kundenberatung, Lagerpflege durch EDV-gestützte Lagerbewirtschaftung – siehe Warenwirtschaft.

Begünstigt und vorangetrieben wurde und wird die Entwicklung des Taschenbuchgeschäfts zudem durch die umfassende Erweiterung des Titelangebots auf fast alle Programmbereiche. Viele Warenhausbuchabteilungen sind heute von klassischen Sortimentsbuchhandlungen kaum noch zu unterscheiden.

Während in der Vergangenheit die Lager- und Regalpflege in den Warenhäusern weitgehend von den Warenhausvertretern der Verlage durchgeführt wurde, sind heute flächendeckend bei den Warenhauskonzernen Karstadt/Hertie und Kaufhof/Horten Warenwirtschaftssysteme im Einsatz. Der Einkauf bzw. die Listung der Titel erfolgt zentral. Die Sortiments- bzw. Bestandspflege erfolgt durch das EDV-System in Absprache zwischen Verlagen und Warenhaus. Die Warenwirtschaftssysteme helfen, u.a. Schnelldreher möglichst immer lieferbar zu halten (NOS = Never out of stock) und Ladenhüter aufzuspüren und zu eliminieren.

 
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