Werbemittel
Bei der Werbung können Verlage und Handel eine besondere Vielfalt von Werbemitteln einsetzen, um beim Leser Aufmerksamkeit und Interesse für das Angebot zu wecken, ihn zum Kauf zu bewegen und so den Absatz zu steigern. Die Werbemittel der Verlage werden entweder direkt beim Publikum oder Handel oder über den Handel beim Publikum eingesetzt, die Werbemittel des Handels – vom Verlag zur Verfügung gestellt oder selbst konzipiert – ausschließlich beim Publikum. Art, Inhalt und Gestaltung der jeweiligen Werbemittel hängt davon ab, an wen sie adressiert sind und welchem Zweck und Anlaß sie dienen.
Sortimentswerbemittel:
Der Handel kann zahlreiche Möglichkeiten nutzen, um für sein Angebot und seinen Service bei Stammkunden und potentiellen Käufern zu werben. Zu den Werbemitteln eines Verlags, die seine allgemeine oder themen- und zielgruppenorientierte Publikumswerbung unterstützen sollen und teilweise kostenlos angeboten werden, gehören: Gesamtverzeichnisse, die im Laden ausliegen, an Kunden versandt oder in Schulen etc. ausgelegt werden, Prospekte, die je nach Inhalt gezielt an die Kunden verteilt oder verschickt werden, Plakate zum Aushang im Laden, an der Ladentür oder im Schaufenster, Schaufensteraktionen und sonstige Verkaufsaktionen mit den entsprechenden Dekorationshilfen für Fenster und/oder Laden, Reprovorlagen für Buchhandelsanzeigen, -kataloge etc., Werbehilfen wie Signets (z. B. zur Regalbeschriftung), Lesezeichen (zum Einlegen in gekaufte Bücher), Tragetaschen, Publikumspreisausschreiben bei Schaufensteraktionen.
Zu diesen sogenannten Fremdwerbemitteln zählen auch spezielle Verzeichnisse, die der Händler einkauft und entweder kostenlos verteilt oder an interessierte Kunden verkauft, sowie Prospekte von Werbegemeinschaften, die auf Kosten der Buchhandlung als Beilage in der regionalen Presse gestreut werden.
Darüber hinaus kann eine Buchhandlung zahlreiche eigene Werbemittel konzipieren und einsetzen, die individuell auf ihre Sortimentsstruktur und -situation, ihren Bedarf und das Interesse ihrer Kunden zugeschnitten sind. Zum Teil werden diese Initiativen von den Verlagen finanziell unterstützt.
Verlagswerbemittel:
Verlage mit starker, gemischter Produktion haben, da sie viele Interessen und Zielgruppen ansprechen, ein umfassenderes Werbemittelangebot und werben breiter und intensiver als Verlage mit kleinerer, themen- und zielgruppenorientierter Produktion.
Zu den Händlerwerbemitteln, die direkt eingesetzt werden und nicht nur den Einkauf, sondern immer auch den Verkauf fördern sollen, gehören: Anzeigen in der Branchenpresse (regelmäßig, sporadisch), Vorschauen, praxisbezogenes Arbeits- und Informationsmaterial wie die Bestellscheine und Lagerergänzungsformulare, gesonderte Programminformationen zu bestimmten Themen, Autoren, Anlässen mit Extrabestellscheinen, Buchlaufkarten (bei Novitätenaussendung), Rundbriefe, Händlerinfos oder auch Pressedienste mit allgemeinen oder speziellen Informationen aus dem Verlag, Einladung zu Schaufensteraktionen mit Preisen für die Teilnehmer, Einladung zu besonderen, sporadisch oder regelmäßig veranstalteten Verkaufsaktionen mit entsprechenden Verkaufshilfen (Buchschütten, -container, Etagendisplays, Thekenaufsteller), Dekomaterial und ggf. Sonderkonditionen – siehe Bezugsbedingungen –, Verkaufshilfen wie Tragetaschen, Buchtüten, Warenträger wie mobile oder stabile Drehsäulen mit Verlagssignet (gegen Kostenbeteiligung), Kontaktgespräche mit Buchhändlern oder Sortimentergruppen – z.B. Erfa-Gruppen –, Schulungen für Sortimentsmitarbeiter, Buchhandelsveranstaltungen zu Buchmessen, Jubiläen etc. und nicht zuletzt der Service des Verlagsvertreters.
Publikumswerbemitteln
Bei den Publikumswerbemitteln nehmen Anzeigen einen vorrangigen Platz ein. Große Verlage werben damit bevorzugt in überregionalen Zeitungen und Zeitschriften, spezialisierte Verlage dagegen eher in Fachzeitschriften. Hinzu kommen Titel- oder ausgewählte Programmanzeigen in regelmäßig oder sporadisch erscheinenden Prospekten, die von Werbegemeinschaften direkt gestreut werden.
Die Händler-/Publikums-Werbemittel, die mit Unterstützung des Verlags über den Handel eingesetzt werden und der Gemeinschaftswerbung und Verkaufsförderung dienen, sind großenteils identisch mit den Werbemitteln, die der Verlag dem Handel für seine Eigenwerbung zur Verfügung stellt. Hinzu kommen Werbemittel, mit denen der Verlag indirekt auch für den Verkauf in der Buchhandlung wirbt, wie Titelanzeigen in Werbegemeinschaftsprospekten, die über den Handel gestreut werden, oder Anzeigen in Verzeichnissen, die der Handel selbst einkauft und verkauft. Eine indirekte Verkaufsunterstützung ist auch der Versand von Pressediensten, Vorschauen und Rezensionsexemplaren an die Medien, Buchpräsentationen, Pressekonferenzen und die Beteiligung an Buchmessen. Nicht zuletzt zählt auch die inhaltliche und optische Programmgestaltung zu den verkaufsfördernden Maßnahmen eines Verlags.
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